Wasserwandern erfordert Schleusungen
Wasserwandern ist ausgesprochen reizvoll, aber zum Beispiel auf dem Main muss alle 10 bis 15 Kilometer eine Schleuse passiert werden. Schleusen ist nicht schwer und bereitet auch keinen Stress – selbst wenn die Schleusenkammer beängstigend hoch ist.
Wie funktioniert eine Schleuse?
Eine Schleuse überbrückt den Höhenunterschied zwischen dem so genannten Oberwasser und dem so genannten Unterwasser. Durch sie kann ein Schiff vom Oberwasser abwärts in das Unterwasser oder aufwärts vom Unterwasser in das Oberwasser befördert werden.
Dazu wird keine Energie benötigt.
Muss ein Schiff aufwärts geschleust werden, so läuft es aus dem Unterwasser in die leere Schleuse ein. Hinter ihm liegt das Untertor und vor ihm das Obertor. Danach schließt sich das Untertor hinter dem Schiff. Nun werden Rohre geöffnet, aus denen das Oberwasser in die Schleusenkammer einströmt. Der Wasserstand in der Schleusenkammer steigt an und hebt das Schiff nach oben. So lange, bis der Wasserstand in der Schleusenkammer die gleiche Höhe, wie das Oberwasser erreicht hat ("kommunizierende Röhren"). Nun wird das Obertor geöffnet und das Schiff kann in das Oberwasser einlaufen.
Muss ein Schiff abwärts geschleust werden, so läuft es aus dem Oberwasser in die volle Schleuse ein. Hinter sich das Obertor und vor sich das Untertor. Danach schließt sich das Obertor hinter dem Schiff. Nun werden Rohre geöffnet, aus denen das Wasser aus der Schleusenkammer in das Unterwasser ablaufen kann. Das ablaufende Wasser lässt den Wasserstand in der Schleuse sinken und das Schiff sinkt mit ihm langsam nach unten. Das Wasser läuft so lange aus der Schleuse, bis der Wasserstand in der Schleuse die Höhe des Unterwassers erreicht hat ("kommunizierende Röhren"). Nun schließen sich die Rohre und das Untertor wird geöffnet. Der Schiff kann aus der Schleuse in das Unterwasser einlaufen.
Vorbereitung
Zur Vorbereitung müssen Leinen an Deck belegt und der Bootshaken bereitgelegt werden. Auch müssen die Bordwände mit Fendern (Schutzkissen) geschützt werden.
Normale Fender können in eine Vertiefung der Schleusenmauer rutschen; dann halten sie den Rumpf nicht mehr von der Mauer ab. Wer regelmäßig schleust, sollte zwei große Kugelfender und zwei Leinen von etwa 25 m Länge an Bord haben. Optimal wäre dazu noch eine weitere Leine von etwa 40 m Länge (die auch als Schleppleine dienen kann).
Autoreifen als Fender sind verboten. (Das betrifft mehr die Berufsschifffahrt.) Wenn sie ins Wasser fallen, sinken sie auf den Schleusenboden. Dort können sie zwischen ein Schleusentor treiben und die ganze Schleuse lahmlegen.
Statte die Crew mit Arbeitshandschuhen aus, damit sie sich an dreckigen Schleusenmauern oder Pollern nicht die Hände schmutzig machen.
Schärfe allen ein, niemals einen Fuß oder eine Hand zwischen zwei Boote oder zwischen ein Boot und eine Mauer zu halten. Statt eines Körperteils hält man einen Fender dazwischen.
Vorsicht mit den Leinen
Wenn eine Leine ins Wasser fällt und in die drehende Schraube oder Welle gerät, dann ist das Boot manövrierunfähig. Einem Menschen, der die Leine dabei in der Hand hält, wird die Leine schlagartig aus der Hand gerissen. Nicht auszudenken, wenn die Leine in einer solchen Situation nicht in der Hand gehalten, sondern um die Hand gewickelt wäre. Niemals wickelt man an Bord eine Leine um eine Hand!