Die großen Ströme –
Berufsschifffahrt,
Burgen und Weinhänge.
Zwölf Prüfungsstädte vom Niederrhein bis zur Saar – entlang der Wasserstraßen, die Deutschland seit Jahrhunderten erschließen. Wer hier fährt, lernt in einem lebendigen Revier mit echtem Strom, mit Frachtschifffahrt und mit Kulissen, die man so kaum woanders findet.
Hier fährt nicht der Sonntagsausflug, hier fährt der Strom.
Die großen deutschen Ströme sind keine Naherholungsgewässer, sondern ausgewachsene Wasserstraßen mit Berufsschifffahrt. Auf dem Rhein zwischen Basel und Rotterdam fahren täglich mehrere hundert Frachter; auf Main, Mosel, Neckar und Saar sind es weniger, aber sie gehören zum Bild.
Für Sportbootfahrer heißt das: Sie brauchen einen starken Motor, um mit den großen Schiffen mithalten zu können. Sonst stellen Sie ein Hindernis dar und das gibt Stress.
Was dieses Revier ausmacht:
Strömung – Zu Berg und zu Tal fahren ist nicht dasselbe, vor allem wenn Wind gegen den Strom weht.
Berufsverkehr – Frachter, Schubverbände, Tankschiffe.
Schleusen und Brücken – der Oberrhein ist bis Iffezheim staugeregelt und ab Iffezheim freifließend.
Der passende Schein: Auf allen Strömen dieser Region fahren Sie mit dem Bootsführerschein Binnen. Er gilt einheitlich von den Rheinfällen bei Schaffhausen bis zur Nordsee – und auf allen Nebenflüssen.
Mittel- und Niederrhein.
Sechs Städte zwischen Düsseldorf und Wiesbaden – entlang des klassischen Rheinabschnitts, den fast jeder vor Augen hat, wenn er an den Strom denkt.
Düsseldorf
Prüfung im Medienhafen, direkt am Rhein.
Düsseldorf gehört zu den wichtigsten Prüfungsorten Nordrhein-Westfalens. Die Prüfungen finden im Medienhafen statt – einem ehemaligen Handelshafen, der heute Architektur-Hotspot und Sportboothafen zugleich ist.
Köln
Rheinmetropole mit lebendigem Sportboot-Revier.
In Köln endet der Mittelrhein. Dieser Abschnitt ist eine der am stäksten befahrenen Wasserstraßen Deutschlands. Vom Prüfungsort aus sehen Sie die Hohenzollernbrücke und den Dom. Aber um nicht in einem ausgewachsenen Berufsschifffahrtsrevier – mit starker Strömung, kurzen Brückenabständen und Passagierschifffahrt zu fahren, findet die Prüfung im Hafen statt. Das macht die Prüfung einfacher.
Bonn
Ruhigeres Rheinrevier mit klarer Sicht.
In Bonn startet die Rheinwoche, die älteste, größte und längste Flussregatta in Europa. Sie wird seit dem Jahr 1922 traditionell am Pfingstwochenende ausgetragen. Aufgeteilt über mehrere Teile Etappen geht sie über eine Gesamtdistanz von 130 bis 200 Kilometern.
Nur einen Sportbootführerschein kann man in Bonn nicht machen. Dafür muss man nach Köln fahren.
Koblenz
Am Deutschen Eck – wo Rhein und Mosel sich treffen.
Wenige Prüfungsorte haben so viel Wasser auf so engem Raum wie Koblenz. Am Deutschen Eck mündet die Mosel in den Rhein – und damit treffen sich zwei Bundeswasserstraßen mit unterschiedlichem Charakter. Wer hier seine Prüfung macht, lernt in einem Revier, das gleich zwei klassische Stromlandschaften abdeckt. Ideal für Prüflinge aus Koblenz, dem Westerwald und dem Mittelrheintal bis hinunter nach Trier.
Mainz
Landeshauptstadt an der Main-Mündung.
In Mainz mündet der Main in den Rhein – ein weiterer Wasserstraßenknoten Deutschlands, ähnlich wie in Koblenz. Der Prüfungsort ist der Winterhafen, ideal für strömungfreie Manöver. Prüflinge können sich zwischen Mainz und Wiesbaden frei entscheiden, je nachdem, wo der Termin besser passt.
Wiesbaden
Am rechten Rheinufer, gegenüber von Mainz.
Wiesbaden liegt direkt gegenüber von Mainz, am rechten Ufer des Rheins, am Eingang zum Rheingau. Die Stadt ist Hessens Landeshauptstadt und der Schiersteiner Hafen ist ein beliebter Prüfungsstandort für alle, die im westlichen Rhein-Main-Gebiet wohnen.
Oberrhein und Nebenflüsse.
Sechs Städte am Oberrhein, an Main, Neckar und Saar – vom Industrieknoten Mannheim bis ins Saarland.
Mannheim und Ludwigshafen
Der größte Binnenhafen Süddeutschlands.
Mannheim und Ludwigshafen liegen direkt gegenüber am Rhein, getrennt nur durch den Strom. Hier mündet der Neckar in den Rhein, und hier liegt einer der größten Binnenhäfen Deutschlands. Prüfungen können hier allerdings nicht abgelegt werden. Dafür fährt man nach Heidelberg..
Karlsruhe
Letzter großer Rheinhafen vor der französischen Grenze.
Karlsruhe liegt ein paar Kilometer westlich seines Stadtzentrums am Rhein – mit einem der wichtigsten Binnenhäfen des Oberrheins. Hier ist der Berufsverkehr immer noch dicht, weil viele Frachter zwischen Basel und den niederländischen Häfen Karlsruhe als Zwischenstopp nutzen. Für Prüflinge aus dem Mittleren Oberrhein, dem Schwarzwaldrand und dem Elsaß ist Karlsruhe ein gut erreichbarer Prüfungsort.
Frankfurt
Prüfung vor Skyline-Kulisse.
Der Main durchquert Frankfurt mitten durch die Innenstadt – einer der ungewöhnlichsten Prüfungsorte Deutschlands. Auf der einen Seite Bankenviertel, auf der anderen Sachsenhäuser Altstadt, dazwischen ein Strom, der bis nach Bamberg schiffbar ist. Wer hier unterwegs ist erlebt, wie die Wellen von den Mauern am Flussufer reflektiert werden und einen unangenehmen Seegang erzeugen. Für Prüflinge aus dem Rhein-Main-Gebiet ist Frankfurt naheliegend.
Darmstadt
Im Dreieck zwischen Rhein und Main.
Darmstadt mit seiner renommierten Universität liegt nicht direkt an einer großen Wasserstraße – aber zwischen Rhein und Main und hat damit eine kurze Anfahrt zu mehreren möglichen Prüfungsrevieren, wie zum Beispiel Frankfurt, Offenbach, Wiesbaden oder auch Mainz.
Stuttgart
Landeshauptstadt am schiffbaren Neckar.
Der Neckar ist von Plochingen ostwärts bis zur Rheinmündung in Mannheim als Bundeswasserstraße ausgebaut – mit Schleusen, Berufsverkehr und Sportboothäfen. Stuttgart liegt mittendrin und ist Prüfungsstandort für alle, die in der Region Stuttgart, Esslingen oder dem mittleren Neckartal wohnen. Ein Revier mit Charakter: schmaler als der Rhein, dafür mit vielen Schleusenmanoevern auf engem Raum.
Saarbrücken
Der westlichste deutsche Prüfungsort am Strom.
Die Saar ist ab Saarbrücken bis zur Moselmündung bei Konz als Bundeswasserstraße schiffbar – ein kleinerer, aber sehr eigenständiger Strom. Wer hier seine Prüfung macht, lernt in einem Revier mit gleichmäßigem Berufsverkehr und schoenen Flussschleifen wie der berühmten Saarschleife. Für Prüflinge aus dem Saarland, der Westpfalz und Lothringen ist Saarbrücken die naheliegende Stadt.
Warum Stromfahren etwas anderes ist.
Auf Kanälen und Seen ist das Wasser ruhig – auf den großen Strömen fließt es. Das klingt banal, ändert aber alles: Talfahrt (mit der Strömung) und Bergfahrt (gegen die Strömung) verlangen unterschiedliche Geschwindigkeiten, unterschiedliche Vorausplanung und unterschiedliche Vorfahrtsregeln.
Dazu kommt die Berufsschifffahrt: Frachter haben deutlich längere Aufstoppwege, brauchen mehr Wasser unter dem Kiel und dürfen die Fahrrinne nicht ohne weiteres verlassen. Wer als Sportbootfahrer hier fährt, lernt, dem Verkehr Platz zu machen – und das Revier zu lesen.
Gerade deshalb gilt der Bootsführerschein Binnen, der hier erworben wird, als besonders gute Vorbereitung für alles, was später kommt: Hausboot in Holland, Charter auf der Müritz, Familienurlaub auf der Saar.
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Alle sechs deutschen Reviere im Überblick – vom Norden bis zum Alpenrand.
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Welcher der zwölf Prüfungsorte auch immer – gelernt haben Sie beim selben Autor, dessen Bücher in jeder Buchhandlung stehen.
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