Bootfahren in den
Niederlanden.
Europas beliebtestes Wassersportrevier ist ein Land voller Vorschriften. Was Motorbootfahrer und Segler wissen müssen, wird hier verständlich erklärt.
Lehrbuchautor: Es informiert Sie Rolf Dreyer – 18 Lehrbücher zum Wassersport, persönlich erreichbar unter 0160 / 840 4538 .
Der richtige Schein: Der Bootsführerschein See wird als Klein Vaarbewijs II anerkannt – damit dürfen Sie überall fahren. Für die kleineren Binnengewässer reicht der Bootsführerschein Binnen aus.
Erst informieren, dann ablegen.
Jahr für Jahr machen Motorbootfahrer und Segler Urlaub bei unserem Nachbarn – nicht nur Deutsche, auch Belgier, Engländer und Franzosen fahren durch die Niederlande. Doch in puncto Bürokratie können es die Niederländer durchaus mit den Deutschen aufnehmen: Vorschriften über Vorschriften, auch auf dem Wasser.
Hier finden Sie das Wichtigste in Kurzform – und auch, wie einfach Sie den passenden Schein erwerben können.
Höchstgeschwindigkeit auf Binnenwasserstraßen
Alkoholgrenze am Steuer
Mindestalter auf schnellen Motorbooten
Bußgeld bei Funkverstößen
Bootsführerschein und klein vaarbewijs.
Bootsführerschein = klein vaarbewijs
In Deutschland der Bootsführerschein – in Holland der klein vaarbewijs. In Deutschland gibt es zwei Bootsführerscheine, in Holland zwei Teile des klein vaarbewijs – übrigens schon seit dem 1. April 1992.
Dem klein vaarbewijs Teil I entspricht der Bootsführerschein Binnen. Er gilt nur auf den niederländischen Flüssen, Kanälen und Seen. Der Bootsführerschein Binnen wird in Holland als klein vaarbewijs Teil I anerkannt.
Holland – Bootsführerschein See
Der klein vaarbewijs Teil II entspricht dem Bootsführerschein See ; er wird für das IJsselmeer, die Westerschelde und die Oosterschelde sowie für die Waddenzee, die Ems und den Dollard verlangt. Auch auf dem Rhein , der Waal und dem Lek und den beiden Armen des Rheins im Rheindelta ist der klein vaarbewijs Teil II für alle Sportboote vorgeschrieben.
Der Bootsführerschein See wird als klein vaarbewijs Teile I und II anerkannt. Auch das Sportpatent, das in Deutschland für Boote von 20 m bis 25 m Länge auf dem Rhein verlangt wird, wird in den Niederlanden als klein vaarbewijs Teile I und II anerkannt.
Niederlande – schnelle Motorboote
Auf allen anderen Gewässern braucht man den klein vaarbewijs Teil I nur für schnelle Motorboote und Sportboote ab 15 m Länge. Schnelle Motorboote sind Boote (auch Jetski), die schneller fahren können als 20 km/h. Sie dürfen 20 m Länge nicht überschreiten.
Holland – Mindestalter des Fahrers
Auf schnellen Motorbooten muss die Person am Steuer mindestens 18 Jahre alt sein, auch wenn das Boot langsam fährt. Offene Motorboote, die nicht länger als 7 m sind und nur höchstens 13 km/h erreichen können, dürfen ab 12 Jahren gefahren werden. Keine Altersbegrenzung gibt es für Segelboote bis 7 m Länge und für Boote, die nur mit Muskelkraft bewegt werden. Für alle anderen Wasserfahrzeuge muss der Schiffsführer mindestens 16 Jahre alt sein.
Holland – Deutschland, ein kleiner Vergleich
Die holländischen Führerscheinvorschriften sind anders, aber nicht liberaler als die deutschen. So kann ein Hartschalen-Beiboot mit 15 PS Außenborder schneller als 20 km/h fahren; es gilt in den Niederlanden als schnelles Motorboot und ist führerscheinpflichtig. In Deutschland wird für ein solches Boot kein Bootsführerschein benötigt. Schwere Verdränger, also die typischen Langsamfahrer, erreichen keine 20 km/h. Sie dürfen in Holland führerscheinfrei gefahren werden – bei uns nur auf wenigen Binnenwasserstraßen.
Die Person am Steuer eines schnellen Motorbootes muss – anders als in Deutschland – mindestens 18 Jahre alt sein. Jugendliche dürfen in den Niederlanden nicht fahren, selbst wenn sie einen Bootsführerschein See besitzen.
In Holland sind Segelyachten mit Hilfsmotoren von z. B. 30 PS führerscheinfrei, weil sie keine 20 km/h erreichen. Zum Chartern müssen aber auch in Holland Segelkenntnisse nachgewiesen werden, bei Segelyachten ist dies der SKS-Schein.
Wichtig: Deutschen droht ohne Bootsführerschein im Schadensfall der Verlust des Versicherungsschutzes. Lesen Sie unten, wie einfach ein Sportbootführerschein per Online-Kurs erworben werden kann.
Den Schein für die Niederlande – online lernen.
Ihren Bootsführerschein für die Niederlande können Sie hier leicht, bequem und äußerst kostengünstig erwerben. Sei es der Bootsführerschein Binnen für die kleineren Gewässer oder der Bootsführerschein See, mit dem Sie überall fahren dürfen. Bei Lehrbuchautor Rolf Dreyer, der Sie bei Fragen persönlich betreut, dürfen Sie eine fachlich herausragende Ausbildung erwarten.
- › Geld-zurück-Garantie auf den Prüfungserfolg
- › keine festen Termine – im eigenen Tempo
- › interaktiv statt Video
- › vom Lehrbuchautor persönlich betreut
- › inklusive Bootsfahrschule und Prüfung
Papiere, Ausrüstung und Versicherung.
Holland – Bürokratie auf dem Wasser
Aber in puncto Bürokratie können es die Niederländer durchaus mit den Deutschen aufnehmen, Vorschriften über Vorschriften auch für den Bootsverkehr. Man muss die Vorschriften nicht nur kennen und beachten – die Gesetzestexte sind auch auf Sportbooten mitzuführen (nur kleine offene Boote sind ausgenommen): das BPR (Binnenvaartpolitiereglement) – eine deutsche Übersetzung ist im Binnenschifffahrts-Verlag erhältlich – oder der holländische Wateralmanak 1 mit den Gesetzestexten für die holländischen Binnengewässer und den Vorschriften zum Sprechfunk ( 804 Seiten ). Das gehört zur Pflichtausrüstung!
Niederlande – an Bord mitzuführen
Zusätzlich zum BPR (Binnenvaartpolitiereglement) bzw. dem Wateralmanak 1 muss an Bord vorhanden sein: Bootsführerschein, Personalausweis oder Reisepass des Bootsführers, Internationaler Bootsschein oder Flaggenzertifikat oder Schiffszertifikat, Nachweis einer Wassersport-Haftpflicht-Versicherung, bei geliehenem Boot Charterpapiere oder Vollmacht des Eigners, Nachweis über die in der EU für das Boot entrichtete Mehrwertsteuer (entfällt bei Charterbooten), die vorgeschriebene Sicherheitsausrüstung und sofern ein Funkgerät an Bord ist, das Binnenfunkzeugnis UBI, die Ship Station Licence und das Handbuch Binnenschifffahrtsfunk.
Niederlande – Pflichtausrüstung
Folgende Sicherheitsausrüstung ist für
alle Boote und Yachten
vorgeschrieben:
Rettungswesten (für jede Person an Bord), Navigationslichter (soweit möglich), Notsignale (rote Flagge, rotes Licht), Anker mit ausreichend langer Leine, schwarzer Ankerball, schwarzer Kegel (nur für Segelboote).
Zusätzlich für
schnelle Motorboote:
Quickstop, Feuerlöscher, Auspuff mit Schalldämpfer, solide Steueranlage.
Für alle Sportboote wird darüber hinaus
empfohlen
:
Reserveanker mit ausreichend langer Leine, Erste-Hilfe-Ausrüstung, Paddel, Rettungsring, Werkzeug, Handlampe, Rundfunkempfänger.
Wasserfahrzeuge dürfen nur in technisch einwandfreiem Zustand betrieben werden. Belästigungen durch Lärm, Rauch oder Qualm sind untersagt. Der Motor darf nicht laufen, wenn das Boot stillliegt.
Niederlande – schnelle Motorboote
Schnelle Motorboote – auch Jetski – müssen ein Kennzeichen führen. Der Quickstop muss während der Fahrt angelegt sein. Wer stehend fährt, muss eine Rettungsweste tragen.
Holland – Haftpflichtversicherung
Für schnelle Motorboote ist eine Bootshaftpflichtversicherung mit einer Mindestdeckungssumme von 567.225,- € je Schadensfall vorgeschrieben. Für alle übrigen Boote wird eine Haftpflichtversicherung empfohlen.
Marifon und Funkzeugnisse.
Marifon – Binnenschifffahrtsfunk
Der Binnenschifffahrtsfunk heißt in den Niederlanden Marifon – und wird in Holland intensiv genutzt. So kündigen Schiffe ihre Manöver nicht per Schallsignal an, sondern nur per Marifon. In einer Notlage soll immer zuerst per Marifon um Hilfe gerufen werden. Eine rot umrandete, weiße Tafel VHF zeigt an, dass hier nur mit eingeschaltetem Funkgerät gefahren werden darf. Die Funkbenutzungspflicht wird von der holländischen Polizei ganz einfach kontrolliert, indem sie auf UKW anruft. Bei Sichtweiten von unter 500 m werden sogar zwei Funkgeräte benötigt – und ein für die Binnenschifffahrt zugelassenes Radargerät.
Wie in Deutschland dürfen nur für den Binnenschifffahrtsfunk zugelassene Funkgeräte betrieben werden. Das ist leicht zu kontrollieren, weil solche Funkgeräte automatisch ein ATIS-Signal aussenden. Die Ship Station Licence (Betriebsgenehmigung) und das Handbuch Binnenschifffahrtsfunk sind mitzuführen. Seefunkgeräte, die nicht auf Binnenschifffahrtsfunk umschaltbar sind, dürfen auf niederländischen – wie auf deutschen – Binnenwasserstraßen nicht verwendet werden.
Niederlande – Funkzeugnispflicht
Auf der ganzen Welt, natürlich auch in den Niederlanden, gilt Funkzeugnispflicht für Boote, die mit einem Funkgerät ausgerüstet sind. In Holland wird das Binnenfunkzeugnis UBI verlangt, auch für das Wattenmeer, den Dollart und die Ems. Nur auf der offenen Nordsee ist das Seefunkzeugnis SRC vorgeschrieben. Die Geld-zurück-Garantie auf den Prüfungserfolg gilt auch für die Funkzeugnisse UBI und SRC.
Verstöße gegen funkrechtliche Vorschriften werden hart bestraft (nicht unter 250,- €).
Fahr- und Verkehrsregeln.
Höchstgeschwindigkeit in den Niederlanden
Die Höchstgeschwindigkeit auf den niederländischen Binnenwasserstraßen beträgt 20 km/h , ausgenommen dort, wo gelbe Schwimmbaken ausgebracht sind. Hier ist bei Tage die Geschwindigkeit freigegeben. Einige Gebiete ohne Geschwindigkeitsbegrenzung sind in diesem Heft veröffentlicht. Bei schneller Fahrt muss mindestens 50 m Abstand zu Bade- und Anlegestellen gehalten werden.
Auf dem Ijsselmeer darf außerhalb der betonnten Fahrwasser und in mehr als 250 m Abstand vom Ufer schnell gefahren werden. Auf den anderen Gewässern beträgt der Mindestabstand beim Schnellfahren nur 50 m vom Ufer. Verboten ist Schnellfahren in der Nähe von Regatten, Wettkämpfen und Wasserspielen.
Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 9 km/h bei einem Abstand von weniger als 50 m vom Ufer und bei Sichtweiten von unter 500 m sowie 6 km/h in Umweltschutzgebieten.
Holland – Verhalten im Fahrwasser
Sportboote müssen auf allen stark befahrenen Wasserstraßen so weit rechts wie möglich fahren. Wenn ein entgegenkommendes Schiff eine blaue Tafel am Steuerhaus zeigt, muss auf die linke Fahrwasserseite gewechselt werden. Dann wird Steuerbord an Steuerbord passiert. Eine solche blaue Tafel wird von Sportbooten nicht gezeigt; das ist verboten.
Segeln ist im Fahrwasser nur bei laufender Maschine gestattet, aber auch nur wenn dabei mindestens 6 km/h erreicht werden kann. Surfen und Wasserski ist im Fahrwasser verboten. Wasserskiboote müssen mit mindestens zwei Personen besetzt sein, eine Person steuert, die andere guckt nach hinten. Die 0,5-Promille-Grenze gilt für beide und natürlich auch für Wasserski fahrende Personen.
Niederlande – Vorrangregeln
Der in Deutschland übliche Begriff Vorfahrt wurde 2005 in den Niederlanden durch Vorrang ersetzt. Vorrang entspricht in etwa der deutschen Vorfahrt. Vorrang gibt es nur im Fahrwasser. Vorrang vor allen anderen Fahrzeugen hat ein Fahrzeug, wenn es dem Fahrwasserverlauf auf seiner rechten Seite folgt. Man spricht auch von der Steuerbordregel .
Niederlande – Ausweichregeln
Sonst muss wie auf deutschen Binnenschifffahrtsstraßen ausgewichen werden. Kleinfahrzeuge weichen allen Schiffen (mehr als 20 m Länge) aus und Kleinfahrzeuge untereinander weichen nach den bekannten Kollisionsverhütungsregeln (KVR) aus. Fähren muss man immer ausweichen, auch wenn eine Fähre weniger als 20 m lang ist. Plattbodenschiffe gelten auf dem IJsselmeer als Berufsschiffe, auch diejenigen unter 20 m Länge. Andere Fahrzeuge unter 20 m Länge, die keine Kleinfahrzeuge sondern Schiffe sind und denen daher ausgewichen werden muss, führen einen gelben Rhombus .
Holland – Land der Brücken
Zugbrücken, Drehbrücken, Hubbrücken, Schwimmbrücken, Klappbrücken – Holland ist das Land der beweglichen Brücken . Natürlich muss immer den Anordnungen des Brückenpersonals gefolgt werden, natürlich muss im Brückenbereich langsam gefahren und natürlich darf hier nicht überholt werden. Sofern keine Gebühren angezeigt werden, ist das Durchfahren einer Brücke kostenlos.
Holland – Schleusen
Brücken und Schleusen sind im Sommer tagsüber ständig besetzt, allerdings sind Mittagspausen üblich. An Sonn- und Feiertagen gibt es kürzere Betriebszeiten . Genaue Informationen stehen im Wateralmanak 2.
Vor Schleusen müssen Boote mit Funk den Arbeitskanal der Schleuse einschalten. Früher konnte man mit dem Schallsignal lang-kurz-lang um Schleusung bitten, doch heute sollen Schallsignale auf Hollands Binnenwasserstraßen nur noch im Notfall, jedoch nicht mehr als Fahrsignale, gegeben werden. Man könnte auch laut rufen; viele Schleusen haben sogar Gegensprechanlagen.
In die Schleuse einlaufen darf man erst nach Aufforderung durch das Schleusenpersonal. Wenn ausschließlich Sportboote vor der Schleuse warten, so wird zumeist in der Reihenfolge des Eintreffens in die Schleuse eingelaufen. Sonst fahren Kleinfahrzeuge grundsätzlich erst nach den Schiffen in die Schleuse ein.
In der Schleusenkammer müssen sie einen Sicherheitsabstand zur Berufsschifffahrt einhalten. Nicht dicht hinter deren Heck liegen – starke Turbulenzen durch das Schraubenwasser. Wenn möglich liegen die Schiffe an einer Schleusenseite und die Kleinfahrzeuge an der anderen.
Hier finden Sie alles Wichtige zum Thema Schleusen.
Amsterdam – Vigettenpflicht
Die Gewässer der Stadt Amsterdam dürfen nur mit einer Vignette befahren werden. Vignetten werden online über das Portal der Stadt Amsterdam („Mijn Vignet“) gebucht.
Die Binnenhavengeld-Vignette wird für Boote benötigt, die in Amsterdam einen Liegeplatz haben.
Die Durchfahrtvignette wird für Boote verlangt, die ohne Binnenhavengeld-Vignette durch Amsterdam fahren wollen. Wer anlegen möchte, muss eine kostenpflichtige Anlegeerlaubnis hinzubuchen. Boote von mehr als 10 m Länge dürfen in Amsterdam jedoch nur mit einer Ausnahmegenehmigung anlegen.
Seit 2025 gibt es in Amsterdam auch emissionsfreie Zonen für Motorboote.
Umwelt, Zoll und Alkohol.
Niederlande – Toilettenabwasser
Seit 2009 darf Toilettenabwassr nicht mehr in das Wasser eingeleitet werden; Boote mit WC müssen entweder einen Fäkalientank besitzen oder den Abfluss versiegeln. Dieser Tank muss ordnungsgemäß im Hafen entleert werden und es dürfen dafür keine Gebühren erhoben werden.
Holland – Alkohol am Steuer
Die Alkoholgrenze beträgt 0,5 Promille. Verstöße werden hart geahndet.
Niederlande – Zollvorschriften
Wer über eine EU-Außengrenze in die Niederlande einreist, muss sich beim Zoll melden und einklarieren. Das gilt auch für Sportboote. Aus Deutschland kommend ist dies nicht erforderlich.
Sportboote sollten einen Mehrwertsteuernachweis mitführen. Damit wird nachgewiesen, dass die Mehrwertsteuer in einem EU-Land entrichtet worden ist. Das kann die erste Rechnung der Werft, die das Boot gebaut hat, sein. Sonst wird dieser Nachweis am besten durch das Zolleinheitspapier EG112/ED32 erbracht. Der Zoll darf kontrollieren, ob die Mehrwertsteuer gezahlt worden ist. Wenn kein entsprechender Nachweis erbracht werden kann, muss die Mehrwertsteuer nachversteuert werden.
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Viele Wassersportler kennen Rolf Dreyer, den 18-fachen Lehrbuchautor und Betreiber einer großen Yachtschule. Seit Jahrzehnten nutzen Segler und Motorbootfahrer seine Bücher zur Prüfungsvorbereitung – und im Online-Kurs erklärt er den Stoff gleich selbst, mit Geld-zurück-Garantie auf den Prüfungserfolg.
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